Deutsch-Griechische Gesellschaft "Griechen-Haus Leipzig" e.V.
Γερμανοελληνικός Σύλλογος «Σπίτι των Ελλήνων» Λειψία

Kalenderblatt

Abenteuer Süden: Mit dem Auto nach Griechenland

Mindestens eine Branche boomt in Griechenland - der Tourismus: Geschätzte 30 Millionen Besucher werden es Ende dieses Jahres sein, die das Land im Süden Europas besucht haben werden. Kein Wunder, Hellas ist immer noch ein Traumziel für Urlauber, die antike Geschichte, Sonne, Meer, Berge, kulinarische Genüsse, abenteuerliche Erlebnisse und nicht zuletzt freundliche Menschen suchen. Unsere Vereinsmitglieder Kostas Kipuros, Susanne und Richard Schmidt haben sich auch dieses Jahr der Magie des Südens nicht entziehen können und einige Attraktionen Nord- sowie Mittelgriechenlands aufgesucht. Das Besondere dabei: Sie legten die Reise von Leipzig, über Tschechien, die Slowakei, Ungarn, Serbien und Mazedonien im VW-Multivan zurück. Wir veröffentlichen, heute beginnend, in loser Folge die Reiseberichte der einzelnen Stationen.

5. Juli: Von Leipzig nach Bratislava

Es ist inzwischen 14 Uhr - zwei Stunden später als geplant, aber: Es geht endlich los. Vor uns liegen geschätzte 5000 Kilometer Fahrt - am Ende werden es tatsächlich fast genau 4950 Kilometer sein, die wir auf unserer seit langem geplanten Traumtour zurücklegen: Von Leipzig bis nach Nord- und Mittelgriechenland, mit unserem neuen (gebrauchten) VW Multivan (Dieselskandal hin, Dieselskandal her). Griechenland per Flugzeug oder Fähre zu erreichen - das kennen wir, es stellt also weder eine Herausforderung noch ein Abenteuer dar, wenngleich eine Griechenlandreise natürlich immer wieder ein Eintauchen in eine andere Welt ist.
Diesmal jedoch soll es über den Landweg gehen, weshalb wir mit (fast) allem gerüstet sind: mit einem Zelt, mit Luftmatratzen, Stromkabeln, Kaffeekocher, Wäschleinen, Klammern und anderen Utensilien. Etwas bange ist uns gleichwohl doch. Schließlich führt die Route nicht nur über Tschechien, die Slowakei und Ungarn, sondern auch über Serbien und Mazedonien - Entschuldigung liebe Landsleute (vor allem im Norden), aber wir finden das Namensungeheuer FYROM einfach albern! Zumindest die beiden letzten Stationen sollen ja nicht ganz unproblematisch sein: Pannenhelfer auf Abzocktour, Autodiebstähle, Polizisten, die auch schon mal die Hand aufhalten. Um es gleich vorweg zu nehmen: Nichts davon haben wir erlebt.
Die erste Station machen wir in Bratislava, eher notgedrungen, denn wegen unseres späten Abfahrtermins kommen wir nicht weiter.
Das Hotel Galeria enttäuscht uns zwar - die Fotos im Internet erweisen sich als geschönt, die Hotelpreise als unverhältnismäßig - aber Bratislavas Altstadt gefällt uns auf Anhieb. Alte, renovierte Gebäude, belebte Gassen mit Cafés, Restaurants, Kneipen und Bistros und einem leckeren Abendimbiss. Der Zufall will es, dass das Restaurant, in dem wir uns schließlich niederlassen, ganz in der Nähe der griechischen Botschaft liegt … Griechenland lässt schon mal hier grüßen.

Bratislava   Bratislava

6. Juli: Von Bratislava zum Balaton

Nach einem weiteren Stadtbummel am Vormittag geht es weiter - nach Ungarn an den Balaton, genauer nach Alsóörs, wo wir das Glück haben, im Sommerhaus einer Tante unterzukommen. In den zwei Tagen, die wir dort verbringen, fahren wir die beiden Abende in das nur 17 Kilometer entfernte Balatonfüred, ein gepflegter, schön gelegener Touristenort, wo offensichtlich Kultur groß geschrieben wird. Rock-, Jazz- und Klassikkonzerte jeden Abend, und auch hier laden kleine Cafés und Restaurants zum Verweilen ein. Der Balaton selbst bietet wegen seines extrem flachen Wasserspiegels und des schlammigen Untergrunds kein ultimatives Badevergnügen, aber das stört uns nicht sonderlich, denn Griechenlands Traumstrände warten ja auf uns.chließlich niederlassen, ganz in der Nähe der griechischen Botschaft liegt … Griechenland lässt schon mal hier grüßen.

8. Juli: Vom Balaton nach Serbien

Ab jetzt beginnt - nennen wir es mal so - der abenteuerliche Teil unserer Reise, denn es geht nach Serbien. Tatsächlich werden aber zunächst unsere Nerven strapaziert, denn am Grenzübergang Röszke stauen sich hunderte Fahrzeuge, PKW, Kleinbusse und Trucks. Die Hitze macht uns zusätzlich zu schaffen, umso mehr, als es nur im Schneckentempo voran geht. Auf serbischer Seite dann die gleiche Prozedur, Bettler belagern förmlich die Reisenden. Aber schließlich liegt auch dieser Abschnitt hinter uns, und wir holpern auf den serbischen Autobahnen weiter gen Süden, wo wir in Nis den nächsten Stopp haben werden. Der gefürchtete Autoput, also die Strecke zwischen Belgrad und Mazedonien, erweist sich erfreulicherweise als relativ gut befahrbar - die Autobahn führt nicht mehr direkt durch Belgrad, und bis Nis reihen sich dann auch in mittleren Abständen Raststätten aneinander. In Nis selbst steppt der Bär - auf dem zentralen Platz der Stadt wimmelt es von zumeist jugendlichen Partygängern, Musik dröhnt aus allen Richtungen, weshalb sich ein kleiner Lapsus - ich hatte mich bei der Hotelbuchung um einen Tag geirrt - letztlich als Rettung erweist, denn das Ausweichhotel liegt in einem ruhigen Stadtviertel.

9. Juli: Von Serbien über Mazedonien nach Thessaloniki

Die Einreise nach Mazedonien hält dann eine erste kleine unangenehme Überraschung bereit, denn nur wer eine sogenannte "Green Card" vorweisen kann, darf die Grenze passieren. Wir haben keine und dürfen deshalb nicht einreisen Der Ehrlichkeit halber sei jedoch angemerkt, dass der Fehler bei uns liegt, denn im Internet ist problemlos zu recherchieren, dass es eben jener grünen Karte, die in Wahrheit ein gelber Zettel ist, bedarf. 70 Euro in bar sind zu entrichten, was wir nicht ganz ohne Murren dann auch notgedrungen tun.
Die Straßenverhältnisse stellen für unseren Van die erste Bewährungsprobe dar. Zwar wird auch in Mazedonien an der Autobahn gebaut, die Mitteleuropa mit Griechenland verbinden soll, doch bis dahin werden wohl noch ein paar Jahre vergehen.
Inzwischen naht der Grenzübergang, der in Mazedonien Gevgelija heißt und vor einem Jahr angesichts der riesigen Flüchtlingstrecks aus Syrien Schlagzeilen machte. Außer einem mit Stacheldraht umzäunten Containercamp erinnert jedoch nichts mehr an jene dramatischen Tage.

> Fortsetzung folgt <

 


Und hier ein altes Kalenderblatt aus dem Jahr 2014:

Stammtisch am 31.01.2014

Herr Rolf-Michael Turek stellte gemeinsam mit dem jungen Kreter Alexandros den Schriftsteller Nikos Kazantsakis vor. Das Gespräch wurde durch Musik und Tanz sowie das Einspielen einiger Filmsequenzen bereichert.


Und schließlich finden Sie hier das Archiv des "Griechenhauses" bis zum Jahr 2013

Kontakt     Impressum